Berlin und seine Umgebung sind reich an Geschichte, die oft an verlassenen Orten wie dem ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis in Berlin-Köpenick lebendig wird. Dieses Gebäude, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts, birgt eine düstere Vergangenheit, geprägt von den brutalen Folterungen von Juden, Kommunisten und anderen „Staatsfeinden“ während der Blutwoche im Juni 1933. Später diente es in der DDR als Jugendgefängnis und wurde schließlich zum Kostümfundus des Staatsfernsehens umfunktioniert. Heute ist ein Großteil des Komplexes verfallen, doch dank der Initiative der Kunstanstalt (KuKuK Berlin e.V.) erwacht das Gebäude zu neuem Leben und wird als künstlerischer Raum genutzt.

Vom 23. Mai bis Anfang Juni wird eine Pop-up Produzentengalerie ihre Türen in den Mauern dieses historischen Ortes öffnen. Die Ausstellung, organisiert von den Künstlerinnen Susanna Gyalokay und Karin Stumpf unter dem Titel AR(T)REST, verspricht eine vielseitige Darbietung zeitgenössischer Kunst. Die ehemaligen Zellen dienen dabei als inspirierende Kulisse, um Werke verschiedener Künstlerinnen und Künstler zu präsentieren und ihnen neues Leben einzuhauchen. Lokale und internationale zeitgenössische Kunst stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung.

Warum AR(T)REST? Der Begriff des Arrests symbolisiert die stark eingeschränkte persönliche Freiheit, die Enge und das Verlangen nach Flucht. Die Zellen des ehemaligen Gefängnisses, eng und düster, bieten den Künstlerinnen und Künstlern den idealen Raum, um diese Gefühle der Einschränkung und des Freiheitsentzugs in ihren Werken zu reflektieren. Von gegenständlicher Malerei über abstrakte Skulpturen bis hin zu konzeptuellen Installationen und Performances nutzen die Künstlerinnen und Künstler eine Vielzahl von Medien, um die Besucherinnen und Besucher auf unterschiedlichste Weise zum Nachdenken anzuregen.

Die Ausstellung findet in der Seelenbinderstraße 26 in Berlin-Köpenick statt. Die Vernissage findet am 23. Mai 2024 um 18:00 Uhr, wird von Dr. Ulrike Bröcker eröffnet und von Max Hacker musikalisch begleitet. Die Ausstellung ist bis Anfang Juni donnerstags bis sonntags von 16:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Interessierte sind herzlich eingeladen, diesen einzigartigen künstlerischen Raum zu entdecken und sich mit den vielschichtigen Themen von Enge, Freiheit und Flucht auseinanderzusetzen.

Folgende Künstler*innen stellen ihre Werke aus: 

  • Alexander Dik
  • Ali Johannes Ülker
  • Anett Münnich
  • Angela Wichmann
  • Bernhard Röhrich
  • Christiane Böning
  • Christine Contzen
  • Clare Börsch
  • Claudia Vitari
  • Ilka Schneider
  • Jaron Gyger
  • Karin Stumpf (Org.)
  • Lucy Meeber
  • Marita Bublitz
  • Simone Gericke
  • Susanna Gyalokay
  • Sylvia Bähring
  • Volker März